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Abschied: Freigeistiger XONG-Sermon nebst einer feingeistigen Leseempfehlung und finalem XONG-Song…

 

Die musikalischen Kinder…

Mesdames, Mesdemoiselles,…
Messieurs…

Was die Kinder anbelangt, ihre musikalischen Ambitionen, so lassen sie sich etwa folgendermaßen abgrenzen:
Jene, die Musik lieben,
jene, denen sie nicht unbedingt auf die Nerven geht,
& jene, denen sie entschieden auf die Nerven geht, unwiderruflich, unerbittlich…
Letztere sind mir nicht unsympathisch.

Wie wird man Musiker?
Das ist ganz einfach: Man nimmt sich einen Lehrer – einen Musiklehrer.
Man wähle ihn sorgfältig aus, sehr bedacht, streng.
Man vereinbart einen Preis… aber einen sehr güntigen Preis… für sich –
Ich weiß nicht… ob ich mich verständlich ausdrücke.

Der Schüler muss sehr viel Geduld haben – große Geduld – eine Eselsgeduld, riesengroß…
Denn es ist vorteilhaft, wenn er sich daran gewöhnt, seinen Lehrer zu ertragen.
Denken sie nur: Ein Lehrer!…
der Fragen stellt, die er weiß, er… & die ihr nicht wisst, ihr…
Das nutzt er aus, selbstverständlich.

Rächt euch dafür nicht an eurem Instrument…

Die Stunden und Tage, an denen der Unterricht stattfindet, werden mit der Zustimmung des Schülers & des Lehrers festgelegt.
Es hätte ausgesprochen nachteilige Folgen, nähme der Schüler seinen Unterricht zu seiner Zeit – & und an seinem Tag -während der Lehrer ihn zu einer anderen Zeit – & und an einem anderen Tag erteilte.
Das wird an den Fakultäten ziemlich oft so gehandhabt: Es gibt Schüler die ihre Lehrer niemals zu Gesicht bekommen.
Merkwürdige Anwendung des fakultativen Systems…

Der Schüler und der Lehrer sind zur Welt gekommen, um sich zu begegnen, wenigstens von Zeit zu Zeit…

Ihr müsst wissen, die Arbeit… das ist die Freiheit.
Die Freiheit der andern…
Solange ihr arbeitet, geht ihr niemanden auf die Nerven.
Vergesst das nicht…

Habt Ihr verstanden?
Setzt euch…

Ich sehe mich gezwungen, … diese Plauderei nun zu beenden…

Seid schön brav, meine Kinder…
Ich danke euch für eure Aufmerksamkeit…
& mit Verlaub, betrachtet mich… als euren alten Freund…

Es bleibt mir nur noch den Erwachsenen zu danken – welche die Freundlichkeit besessen haben, hier zu lauschen…

Sehen Sie bitte in mir Ihren ergebenen Diener,… & – gestatten Sie mir, Ihnen an dieser Stelle…
meine vorzügliche Hochachtung auszudrücken.

Erik Satie, Freigeist.

°

LESEEMPFEHLUNG:

Harald Weinrich Lethe
Kunst und Kritik des Vergessens
München, 1997

Klappentext (Auszug):

So weit das kulturelle Gedächtnis Europas reicht, fließt Lethe, der Strom des Vergessens, durch diese Gedächtnislandschaft. Seitdem wetteifert, neben der Kunst des Gedächtnisses (ars memoriae), auch die Kunst des Vergessens (ars obliviones) um die Gunst der Menschen. So muss mit Vergessenszauber und Vergessensdrogen schon Homers Odysseus seine Erfahrungen machen, und der römische Dichter Ovid schickt die unglücklich Liebenden zum Altar des »Letheischen Amor«, wo sie gnädiges Vergessen ihrer Liebesschmerzen erflehen können.

Ganz anders denken in der Neuzeit die aufgeklärten Philosophen, die das Gedächtnis zum Lastesel des vernünftigen Denkens degradieren und dadurch dem Vergessen sein Odium nehmen. Die eigentlichen Virtuosen des Vergessens findet man jedoch bei Casanovas wechselnden Liebesabenteuern, bei Fausts ruhelosen Welterkundungen, bei Nietzsches verwegenen Ausfällen gegen die Übermacht der geschichtlichen Erinnerung.
Mit Freud verliert das Vergessen seine Unschuld. Nun muss, wer etwas vergessen hat, auf eine vielleicht peinliche Warum-Frage gefasst sein. Doch bleibt das Vergessen, da es sich in den Tiefenschichten des Bewusstseins abspielt, rätselhaft und geheimnisvoll genug, um das Interesse der romantischen und postromantischen Dichter anzuziehen.

Spätestens im 20. Jahrhundert muss sich die Kunst des Vergessens jedoch von der Kritik des Vergessens einholen lassen, da zu vieles nicht einfach »vergeben und vergessen« werden kann.

Denn wir leben heute in einer vergesslichen Welt, die Informationen ebenso schnell herbeischaffen wie wegschaffen kann. Ist vielleicht dieser Informationsfluss nur ein Nebenfluss des Lethe-Stromes?
Wieviel Vergessen braucht oder verträgt eine Kultur, und wann überschreitet die Vergesslichkeit die Grenzen der Moral?

°

HELLO, GOODBYE

You say yes, I say no,
You say stop and I say go, go, go.
Oh, no.
You say goodbye and I say hello.
Hello, hello.
I don’t know why you say goodbye,
I say hello,
Hello, hello.
I don’t know why you say goodbye,
I say hello.

I say high, you say low.
You say why, and I say I don’t know.
Oh, no.
You say goodbye and I say hello.
Hello, hello.
I don’t know why you say goodbye ,
I say hello,
Hello, hello.
I don’t know why you say goodbye,
I say hello.

Why, why, why, why, why, why
Do you say good bye
Goodbye, bye, bye, bye, bye

Oh, no.
You say goodbye and I say hello
Hello, hello.
I don’t know why you say goodbye,
I say hello,
Hello, hello.
I don’t know why you say goodbye ,
I say hello.
hello, hello.
I don’t know why you say goodbye I say hello.
Hello.

Hela, heba helloa
Hela, heba helloa

The Beatles (1967)