Ständchen: Freigeistige Eröffnungs- & Lobrede nebst anderen Welterklärungsgesängen: come together, right now…


“ Ich weiß nicht, wie man vor zwanzig Menschen spricht, noch viel weniger vor einer Menschenmenge wie dieser. Ich glaube, ihr Leute habt der Welt etwas bewiesen – nicht nur den Menschen hier in der Stadt Bethel, oder den Leuten in Sullivan County, oder dem Staate New York. Ihr habt der Welt etwas gezeigt: Das ist hier die größte Menschenmenge, die sich jemals an einem Ort versammelt hat. Wir haben keine Vorstellung davon gehabt, dass es eine so große Gruppe werden wird., und deshalb habt ihr etliche Unannehmlichkeiten zu ertragen, zu wenig Wasser, Essen und so weiter. Die Veranstalter hier haben eine Mammutaufgabe geleistet, um sich um euch zu kümmern. Sie verdienen einen Applaus des Dankes. Aber über allen steht das Wichtigste, das ihr der ganzen Welt bewiesen habt. Eine halbe Millionen junger Leute – ich nenne euch Kids, weil ich Kinder habe, die älter sind als ihr – können zusammenkommen und drei Tage lang Spaß und Musik genießen. Und nichts anderes als Spaß und Musik. Und dafür möge euch Gott segnen. „

Der Milchbauer Max Yasgur am 18. August 1969 auf der Bühne des Woodstock-Festivals vor einer halben Millionen Menschen. Dem damals 50 Jahre alten Max Yasgur gehörte das Gelände in Bethel, Bundesstaat New York, auf dem das heute legendäre Festival stattfand. Der jüdische Farmer trat am Nachmittag des dritten Tages unmittelbar vor Joe Cockers Konzert auf die Bühne. Seine Rede veränderte zwar nicht den Verlauf der Geschichte, festigte aber den Zauber Woodstocks und prägte das Markenzeichen »Three Days of Fun and Music«. Der konservative Bauer mutierte zum »Hippi-Vater«. Und »nationwide« wurden später »sticker« mit dem Slogan verkauft: »Max Ysgur for President«.

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Lobrede auf die Kritiker…
Im vergangenen Jahr habe ich mehrere Vorträge über die »Intelligenz und Musikalität bei den Tieren« gehalten. Heute will ich nun über die »Intelligenz und Musikalität der Kritiker« zu Ihnen sprechen:…
Es handelt sich nahezu um das gleiche Thema, mit Abwandlungen, selbstverständlich.

Es gibt drei Sorten von Kritikern:
– die bedeutenden;
– die weniger bedeutenden;
– die vollkommen unbedeutenden.

Die beiden letzten Sorten kommen nicht vor…
– alle Kritiker sind bedeutend.

Mittelmäßigkeit und Unfähigkeit findet man bei Kritiker nicht.
Ein mittelmäßiger Kritiker – oder ein unfähiger – würde zum Gespött seiner Kollegen;
– es wäre ihm unmöglich seinen Beruf auszuüben;
– sein priesterliches Amt, wollte ich sagen.

Der Künstler ist nur ein Träumer – letztendlich;
– …
– der Kritiker – er dagegen – hat Realitätsbewusstsein –
– & Selbstbewusstsein – dazu.

Einen Künstler kann man nachahmen – der Kritiker ist unnachahmlich; und nicht mit Gold aufzuwiegen.

Das Gehirn eines Kritikers ist ein Laden; – ein Kaufhaus. Man findet dort von allem etwas:
Orthopädie, Wissenschaften, Bettwäsche, Künste, Reisedecken, große Auswahl an Möbeln, französisches und ausländisches Briefpapier, Raucherartikel, Handschuhe, Regenschirme, Wollwaren, Hüte, Sportartikel. Spazierstöcke, Optik, Parfümerie; – und so weiter.
Der Kritiker weiß alles – sieht alles – sagt alles – hört alles – rührt alles an…
– stochert in allem herum,
– isst von allem,
– bringt alles durcheinander…
– & denkt sich trotzdem seinen Teil.

Was für ein Mann!!!

Ich habe die Umgangsformen der Tiere ausgiebig studiert.
– Schade! – Sie haben keine Kritiker.
Diese Kunst ist ihnen fremd; wenigstens ist mir kein Werk aus dem Archiv meiner Tiere bekannt.
Der Wolf kritisiert nicht das Schaf: Er frisst es…

Erik Satie, Komponist.

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Die Erschaffung der Geige

Es war einmal ein armer Mann und eine arme Frau,
die hatten lange Zeit keine Kinder.
Da geschah es einmal, dass die Frau in den Wald ging und einem alten Weibe begegnete,
das also zu ihr sprach:»Gehe nach Hause und zerschlage einen Kürbis, gieße Milch in denselben und dann trinke sie.

Du wirst einen Sohn gebären, der glücklich und reich werden wird!«
Hierauf verschwand das alte Weib,
die Frau aber ging nach Hause und tat wie ihr geheißen war.
Nach neun Monaten gebar sie einen schönen Knaben.
Doch nicht lange Zeit hindurch sollte die Frau glücklich bleiben,
denn sie wurde bald krank und starb.
Ihr Mann starb auch, als der Knabe zwanzig Jahre alt wurde.
Da dachte sich der Jüngling:
»Was soll ich hier machen?
Ich geh in die Welt und versuche mein Glück!« –
Der Jüngling ging also von Dorf zu Dorf, von Stadt zu Stadt, fand aber nirgends sein Glück.
Da kam er aber einmal in eine grosse Stadt, wo ein reicher König wohnte,
der eine wunderschöne Tochter besaß.
Ihr Vater wollte sie nur dem Manne zur Frau geben, der so etwas machen könne,
was noch niemand auf der Welt gesehen habe.
Viele Männer hatten schon ihr Glück versucht, aber sie wurden alle vom König aufgehängt,
denn sie konnten nichts machen,
was man nicht schon vordem gesehen hatte.

Als der Jüngling dies hörte, ging er zum König und sprach: 
»Ich will deine Tochter zur Frau haben; sag, was soll ich machen?«
Der König erzürnte und sprach: 
»Du fragst, was du machen sollst? Du weißt ja, dass nur der meine Tochter zur Frau erhält, der so etwas machen kann, was noch niemand auf der Welt gesehen hat! Weil du so dumm gefragt hast, sollst du im Kerker sterben!«
Hierauf sperrten die Diener des Königs den Jüngling in einen dunklen Kerker. Kaum daß sie die Türe zusperrten, da wurde es hell und Matuya erschien. Sie sprach zum Jüngling: 
»Sei nicht traurig! Du sollst noch die Königstochter heiraten! Hier hast du eine kleine Kiste und ein Stäbchen! Reiß mir die Haare von meinem Kopf und spanne sie über die Kiste und das Stäbchen!«
Der Jüngling tat es. Hierauf sprach Matuya:
»Die Kiste soll eine Geige werden und die Menschen froh oder traurig machen, je nachdem wie du es willst.«
Hierauf nahm sie die Kiste und lachte hinein, dann begann sie zu weinen und ließ ihre Tränen in  die Kiste fallen. Sie sprach nun zum Jüngling: »Streich nun über die Haare der Kiste!«
Der Jüngling tat es, und da strömten aus der Kiste Lieder, die das Herz bald traurig, bald  fröhlich stimmten. Als Matuya verschwand, rief der Jüngling den Knechten zu und ließ sich zum König führen. Er sprach zu ihm: 
»Nun höre also und sieh, was ich gemacht habe!«
Hierauf begann er zu spielen, und der König war außer sich vor Freude.  Er gab dem Jüngling seine schöne Tochter zur Frau, und nun lebten sie alle in Glück und Freude. So kam die Geige auf die Welt.

Erzählung der Zigeuner aus Siebenbürgen und Südungarn.

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He say „I know you, you know me.“ 
One thing I can tell you is you got to be free. 
Come together, right now, over me.


He say „One and one and one is three.“ 
Got to be good-looking ‚cause he’s so hard to see. 
Come together right now, over me.

The Beatles (1969)


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