Archiv für den Monat: Januar 2010

Freigeistiges Denktagebuch (I)…

Es ist buy cialis doctor online nicht nur gefährlich, die Wahrheit zu sagen für den, der sie sagt; es ist auch gefährlich für den Bestand der Welt, wenn diese auf einer Lüge (Legende) aufgebaut ist.

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Die Atombombe: Wir erfanden sie, weil wir es mit dem Teufel zu tun hatten und fürchteten, der Teufel würde wissen, wie sie hergestellt wird. Wir setzten sie gegen einen gewöhnlichen Feind ein. Wir wollten sie behalten, als noch Feinde, aber keine Teufel mehr da waren – um dies zu rechtfertigen, erfanden wir prompt einen Teufel.

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Sobald wir denken, sprechen wir, aber wir denken keineswegs immer, wenn wir sprechen. Dies wäre sogar unmöglich.

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Der Wunsch nach irdischer Unsterblichkeit ist blasphemisch, nicht weil er den Tod abschaffen will, sondern weil er die Geburt negiert.

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Denken und Fühlen sind in der Tat entgegengesetzt: Um zu denken, brauche ich Abstand, Ferne. Das Fühlen zieht das Gefühlte in eine so intensive Nähe, dass es mit seinem Gegenstand nahezu eins wird. Die Distanz auch nur des Kennens, von Erkennen zu schweigen, wird im Fühlen ganz vernichtet. Der Sinn des Fühlens ist der Tastsinn und auch der Geruchssinn; der des Denkens eben das Sehen, der Sinn der Ferne. Das Glück der nächsten Nähe ist sprachlos.

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Besser als Rache und Verzeihen ist reiner Zorn oder das, worin der Zorn abklingt, reine Trauer.

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Wenn einer erst einmal beschlossen hat: »Wo gehobelt wird, da fallen Späne«, ist er nicht generic viagra 20 mg mehr erreichbar für seine Freunde, denn er hat bereits entschieden, keine mehr zu haben, er hat sie bereits alle geopfert. http://viagraonline-canadapharmacyrx.com/ Lauter Späne.

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Einen gerechten Krieg kann es in der Tat nicht geben, weil das voraussetzte, dass Menschen abwägen können, ob das Leid des Krieges mit seinem Inhalt kommensurabel ist. Dies aber ist unmöglich. Gerechtigkeit kann es nur innerhalb eines Gesetzes geben.
Jeder Krieg aber spielt sich ausserhalb des Gesetzes http://sildenafil-20mgtablet.com/ ab, auch ein Verteidigungskrieg, in dem ich eben gezwungen bin, den Rahmen – den Zaun viagra online pharmacy des Gesetzes zu überschreiten.

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Arbeit dient immer dem Lebensunterhalt. Wenn ich Arzt bin, nur um meinen Lebensunterhalt damit zu verdienen, ist die »Kunst« des Heilens zur Arbeit entwürdigt. Die moderne Welt hat alle Tätigkeiten in Arbeit verwandelt, hat alles seiner Würde beraubt.
Dies wird möglich durch die Einführung des Geldes. Ganz allgemein gesprochen besagt Geldwirtschaft, dass ich meinen Lebensunterhalt verdienen kann, ohne zu »arbeiten«. Verdienst tritt an die Stelle der Arbeit im ursprünglichen Sinne. In der modernen Welt ist die allgemeine Versklavung an die »Arbeit« deshalb verborgen, weil das Verdienen dazwischen steht. Jede Tätigkeit wird gemessen am »Verdienst« – d.h. aber eigentlich am Lebensunterhalt und darum an Arbeit.

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Sokrates‘ »Erkenne dich selbst« erhält zwei Bedeutungen:
Es heisst erstens: Erkenne dass du nur Einer bist und nur partikulare Erkenntnis haben kannst, wisse, dass du ein Mensch und kein Gott bist;
Zweitens: Gehe diesem Partikularen nach und finde seine und damit canadian cialis deine Wahrheit.- Behältst du beides zugleich, so wirst du Wahrheit, menschliche Wahrheit haben, ohne sie andern aufzuzwingen.

Hannah Arendt, Freigeist. (Aus: »Denktagebuch, 1950-1973«)