Archiv für 19. Juli 2010

BeschrAi??nkung ist…? Freigeistige Variationen A?ber Ernstzunehmendes…

Montag, 19. Juli 2010

ai??zDie BA?rger lassen sich nichts mehr einimpfen”

Wie stark hat sich die Politik in den vergangenen Jahrzehnten verAi??ndert? Der ehemalige BA?rgermeister, Landes- und Regionalrat Karl Oberhauser A?ber verwAi??hnte SA?dtiroler, egozentrische Parteimitglieder und die politische Welt, die nicht mehr das ist, was sie einmal war. (…)

Sind die SA?dtiroler fordernder geworden?
Wir sind eine Forderungsgesellschaft oder vielmehr dazu erzogen worden. Daran ist die Politik nicht ganz unschuldig. (…)

Die SA?dtiroler sind also ein verwAi??hntes Volk?
Ja. Sie finden es furchtbar, wenn der Landeshaushalt einmal wegen SparmaAYnahmen niedriger ausfAi??llt. Dabei hat SA?dtirol immer noch einen doppelt so hohen Haushalt wie beispielsweise Nordtirol. Mit Geld allein ist es aber nicht getan. Ich habe schon als junger Politiker gesagt: ai??zWenn Rom wA?sste, wie leicht die SA?dtiroler mit Geld zu nehmen sind, dann hAi??tte es Rom leicht.” Das hat die rAi??mische Regierung mit der Zeit auch verstanden. Sie hat SA?dtirol mit Geld gefA?ttert. Dadurch ist aber auch vieles kaputt gegangen. Aber wenn es ums Geld geht, gibt leider jeder bald nach.

Die Forderungsgesellschaft schlAi??gt sich auch auf das politische System nieder. Der Ruf nach VerAi??nderung wird immer lauter. Steckt die SA?dtiroler Volkspartei derzeit in einer Krise oder gleicht sich die politische Landschaft langsam der internationalen an?
Absolute Mehrheiten sind keine SelbstverstAi??ndlichkeit. Die SVP steckt in einer schweren Krise. Dass sie nicht mehr das ist, was sie einmal war, hat sich die Partei groAYteils selbst zuzuschreiben. Der Kontakt zur Basis ist weniger geworden bzw. fehlt ganz. Wie soll der BA?rger so noch glauben, was die fA?hrende Partei fA?r ihn tut? Die SVP ist nicht untAi??tig, sie leistet enorm viel. FragwA?rdig ist allerdings das System des Landeshauptmannes, der die BA?rger jeden Tag ab sieben Uhr morgens in seiner Kanzlei empfAi??ngt. Er konzentriert alles auf seine Person und degradiert damit die LandesrAi??te. Ich bin strikt gegen dieses System. (…)

Der Erker, Monatszeitschrift fA?r das sA?dliche Wipptal, Ausgabe JAi??nner 2010

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LINIENTREUE UND ABWEICHLER

Abweichler sind fA?r Linientreue von ganz entscheidender Bedeutung. Diese wollen nAi??mlich das GefA?hl erzeugen, die Linie sei etwas klar definiertes, rein zu Erhaltendes. Indem Abweichler davon abweichen, entsteht der Eindruck eines vorgezeichneten Weges, auf dem alle Gerechten, wachsam und unbeirrbar, schreiten: jeder Schritt ein Fortschritt. Abweichungen fA?hren in Sumpfgebiete.

Weil nun alles Edle seit jeher von Kritikern heruntergemacht wird, mAi??chten auch die Linientreuen ein wenig Renitenz zu spA?ren bekommen, an der ihre Selbstgerechtigkeit sich in A?bung erhAi??lt und bewAi??hrt. GAi??be es plAi??tzlich nur mehr lauter Linientreue – sie mA?ssten sich vor Verlegenheit betrinken.

DER A?BERGANG ARM ? REICH

Ein plAi??tzlicher A?bergang arm ? reich bleibt selten ohne fatale Folgen.
Nehmen wir zum

Beispiel einen EinzelgAi??nger, dem ein grAi??AYerer Diebstahl gelungen ist. Nun hat er zwar das Geld, doch fehlt ihm gAi??nzlich Praxis und Attitude des Reich-Seins. Am Ende wird er etwa in einem vornehmen Nachtlokal festgenommen, wo er, schon sinnlos betrunken, dem Geld wieder freien Lauf lAi??sst. Seine Menschlichkeit acheter viagra bringt ihn ins GefAi??ngnis.

Deshalb wird A?berall statt des linearen A?bergangs, fast kAi??nnte man sagen: statt des mythischen Sprungs von der Armut zum Reichtum, eine zirkulare Organisation des Diebstahls geschaffen, eine mAi??glich umfassende Clique, die sich A?berall abstA?tzen und absichern kann. Die Diebesbande mit ihren Hehlern, das Verbrechersyndikat sind Beispiele dafA?r. Online zyban Bei abnehmenden Risiko steigt die Unmenschlichkeit.

Am wirksamsten und am unmenschlichsten ist das Vorbild all dieser Syndikate: die herrschende Clique nAi??mlich, die auch die SchlA?sselpositionen des Rechts und der Ai??ffentlichen Gewalt innehat und sich, ohne irgend etwas Bemerkenswertes hervorzubringen, alle Vorteile auf Kosten derer verschafft, die niedere Arbeiten verrichten und die bestraft werden.


KALKA?L UND AFFEKT

“In die Politik habe der EuropAi??er”, sagt ValAi??ry, “alle Instinkte, GAi??tzen und Wunschbilder, alle sein Begierden und unterhAi??hlten Begriffe hineingeschleudert, kurz alles, was Wissenschaft und KA?nste aus ihrem Bereich verdammt haben.”

Und umgekehrt hat der EuropAi??er der Politik alle geistige Strenge entzogen und in Wissenschaft und KA?nste hineingeschleudert.
Was geschieht nun, wenn nach derart groAYzA?gigen Verlagerungen die Politik A?ber Wissenschaft und Kunst bestimmt?



GENUSS UND ASKESE

Was den festen Rahmen des Erwerbslebens A?ber- oder unterschreitet, macht sich verdAi??chtig oder verAi??chtlich. Als einziger Luxus ist Nationalismus zugelassen.
Die einstigen Zentren der Kultur kannten sowohl den verfeinerten Lebensgenuss als auch die Askese: beides schwer erreichbare Dinge, zu denen der einzelne ohne Tradition nicht kommen kann. Wer nAi??mlich glaubt, eine Ai??sthetik der Freude und des Genusses sei leicht zu erreichen, der weiAY nicht, wovon die Rede ist.

Beide Praktiken, Genuss und Askese, hAi??ngen von der FAi??higkeit ab, das eigene System zu A?berschreiten. Eine Gegenwart aber, die weder eine Ausstrahlung hervorbringt noch nachdunkelt, verliert ihre Dimension. Man sollte sie nicht Gegenwart nennen, sondern Verlauf. Statt einer Zukunft hat sie eine Futurologie: Der Verlauf wird in kA?nftige Zeiten hinausprojiziert. Das ist die Sehnsucht des Verlaufs nach Verewigung.

Der Verlauf kann weder genossen werden, noch kann man auf ihn verzichten. Er produziert und konsumiert sich selbst.

Gerhard Amanshauser, Freigeist.
(Aus: Ai??Satz und GegensatzAi??, Salzburg 1972)


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” Alle BeschrAi??nkung beglA?ckt.

Arthur Schopenhauer, Freigeist.

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” RAi??tselhaft und nie zu ergrA?nden ist, dass alles mit FraAY beginnt.
Askese als Enthaltung von FraAY, aber was bleibt nach den MA?hen der Askese von Leben A?brig?

Elias Canetti, Freigeist.

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” Ist der Lebenssinn auf die eigene Lebenszeit begrenzt, so glaubt der einzelne, es sich nicht mehr erlauben zu kAi??nnen, auch nur eine Gelegenheit der DaseinserfA?llung ungenutzt zu lassen: Die diesseitige Sinnjagd beginnt und macht selbst vor den Toren der

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Arbeitswelt nicht halt. Allerdings setzt das bereits die industrielle Entwicklung der letzten hundert Jahre voraus, in der mehr und mehr Aufgabenfelder entstanden, die von der Last niederdrA?ckend-schwerster und stumpf-monotoner Arbeit befreit sind.

AuAYerdem wird die diesseitige Sinnjagd durch die allgemeine Hebung des Lebensstandards und die damit verbundenen Erwartungen auf mehr LebensqualitAi??t angetrieben. Denn ist erst mal ein gewisses Niveau erreicht, wird das Verlangen nach Selbstentfaltung und GlA?ck stAi??ndig grAi??AYer, was teilweise mit dem RA?ckgang der in der Arbeits- und Berufswelt verbrachten Lebenszeit zusammenhAi??ngt: Je mehr Zeit zur VerfA?gung steht, persAi??nlichen Interessen und Vorlieben nachzugehen, umso mehr mAi??chte man auch am Arbeitsplatz seinen Neigungen folgen dA?rfen.

Dazu purchase sominex active ingredient kommt die wachsende Tendenz zur hAi??heren Schulbildung, mit der zugleich die AnsprA?che des einzelnen auf Selbstverwirklichung und SinnerfA?llung zunehmen, wie heute selbst innerhalb der Wirtschaft die neuesten Technologien den Ruf nach mehr Motivation, KreativitAi??t und FlexibilitAi??t laut werden lassen. Solche Werte sind mittlerweile stAi??rker gefragt als je zuvor, und angesichts der Globalisierung der MAi??rkte eine notwendige Voraussetzung fA?r das A?berleben der Unternehmen. Qualifizierte und einsatzbereite Mitarbeiter sollen und wollen nicht nur arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, ihren Beruf als bloAYe PflichterfA?llung sehen, sonder ihn zugleich sinnvoll erleben, in dem sie ihre FAi??higkeiten voll entfalten kAi??nnen.

Das alles beweist, dass diese Sinnjagd unserer Zeit nicht bloAY das Produkt eines A?berzogenen Egozentrismus, sondern auch das Ergebnis der heutigen Gesellschaftsstruktur sind. “

Franz Joseph Wetz, Freigeist.
(Aus: Ai??Die Kunst der ResignationAi??, Stuttgart 2000)
Auszug aus dem Klappentext des Buches:

Ai??Sinn, Sinnlosigkeit und Unsinn gehAi??ren zu den missbrauchten WAi??rtern, mit denen unsere Zeit den Geist quAi??lt. Wie oft ist die Rede von der Sinnkrise, dem Verfall ewiger Werte und dem Ende der groAYen Sinngeschichten.
Eine Folge des Sinnverlustes ist, dass sich immer mehr Menschen an ErsatzgAi??tter klammern, um nicht ins Bodenlose zu stA?rzen. Jeder braucht einen WAi??rmeschutz gegen die KAi??lteeinbrA?che dieser Welt! Doch scheint in der westlichen Zivilisation nach und nach die Selbstsucht an die Stelle von Selbstsuche getreten zu sein: Lebenskult statt Lebenskultur!Ai??