Sexualität ist… ? Freigeistige Variationen über Ernstzunehmendes…

 

“ Wenn du plötzlich einen süßen Geschmack in deinem Munde verspürst oder Wärme wie ein Feuer in deiner Brust fühlst oder eine angenehme Regung irgendwo in deinem Körper wach wird oder wenn du im Augenblick Vergnügen oder Befriedigung empfindest, so dass dein Herz von der Betrachtung Jesu Christi und von deinen geistigen Übungen abgelenkt wird, dann ist diese Lustempfindung sehr verdächtig, und du musst befürchten, dass sie vom Feind kommt. Darum lehne sie – und sei sie auch noch so schön und erregend – immer ab und lass dich auf keinen Fall darauf ein. „

Beaument, Erzbischof von Paris (1721)

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“ Die mönchischen Entbehrungen und Repressionen führten zu einem geheimen Neid und heftigen Hass auf jenes fleischliche Gesindel, das in Verdacht stand, sexuelle Handlungen zu genießen. Der Hass ergoss sich in einer Vielzahl grässlicher Vorstellungen von der Hölle.  Abbé Francois Arnoux, 1622 Kanonikus von Riez, liefert hierfür ein Beispiel:

Und die leichten Frauen, sie sollen in Armen halten einen Drachen grausamster Art, der von Feuer lodert und der ihre Füße und Arme mit seinem Schlangenschwanz bindet und fesselt und ihren ganzen Körper mit seinen grässlichen Klauen umklammert, der sein geiferndes und stinkendes Maul auf ihres drückt, ihnen lodernde Flammen und Schwefel und Gift und Galle einhaucht, der mit seiner rotzigen und scheußlichen Nase seinen stinkenden, giftigen Atem in ihre haucht… dieser Drache soll sie erleiden lassen tausend Folterqualen, tausend Koliken und bittere Windungen des Bauches, und alle Verdammten und die Teufel sollen heulen mit ihnen: »Seht, die Buhlerin! Seht die Dirne! Lasst sie wahrlich Folterqualen leiden! Auf sie, ihr Teufel! Auf sie, ihr Furien der Hölle! Seht die Hure! Seht die Wollüstige! Stürzt euch auf diese Dirne und lasst an ihr alle Folterqualen aus, die euch zu Gebote stehen!«

Ein Wandgemälde in der Kirche St. Johannes der Täufer in Kastoria zeigt Gottes Strafe für eine Hure. Gefesselt liegt die Frau in der Hölle, zwei Dämonen halten ihre Beine gespreizt, während ein dritter glühendrote Eisen in ihre Vagina stößt. Neben der Frau, die bestraft wurde, weil sie sexuell verfügbar war, erlitt eine andere Frau, die als eitle Kokette ausgewiesen war, die gleiche Strafe, weil sie nicht sexuell verfügbar war. Den Frauen, die diese Kirche besuchten, war es nicht zu verdenken, wenn sie meinten, dass sie gleichermaßen verdammt waren, wenn sie »es« taten und wenn sie »es« nicht taten. „

Barbara G. Walker, Freigeist. 
(Aus: »The Woman’s Encyclopedia of Myths and Secrets«, New York 1983)

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“ Ich warne Sie vor Ihrer moralischen Wahl und ihrer Neigung zum Ethischen. Hat uns nicht gerade diese Wahl in unseren protestantischen Kulturen direkt in den Abgrund geführt? Hat nicht das Christentum die Sinnlichkeit verleugnet und verdrängt und uns von den Wonnen ausgeschlossen, die die Gaben und Mysterien dieses Lebens für uns bereithalten? Und weil wir den sinnlichen Menschen nicht ausleben durften, wurden wir auch von der Welt des Geistes ausgesperrt. „

Karen Blixen (1885-1962), Autorin, Freigeist.

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“ Der Mann ist sexuell in einem höheren Maße von der Frau abhängig als umgekehrt, weil die sexuelle Energie der Frau teilweise mit dem Prozess der Fortpflanzung verbunden ist. Wäre es nicht denkbar, dass Männer deshalb ein lebenswichtiges Interesse daran haben, dass Frauen von ihnen abgängig bleiben? „

Karen Horney (1885-1952), Psychoanalytikerin, Freigeist.

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“ Das Patriarchat ist der Täuschung verphallen, dass der Mann stets Schöpfer ist. Die ursprünglichen Regungen der Ehrfurcht und des Neides gegenüber der Frau werden unter dem Patriarchat zu Unmut und Feindschaft. Die einzige Möglichkeit des Mannes, der weiblichen Macht habhaft zu werden, liegt in den Frauen selbst, aus diesem Grunde unterwirft er sie und unterdrückt ihre Sexualität, damit sie ihm nützt, anstatt Quelle ihrer Macht zu sein – das Patriarchat ist in der Tat eine männliche Neurose. „

Judith Antonelli, Freigeist.
(Aus: »The Politics of Women’s Spirituality«, New York 1982)

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“ Die oftmals vernommenen Klagen von Frauen über die Ungeschicklichkeit, Grobheit und Unfähigkeit der Männer bei ihren sexuellen Annäherungen und beim Geschlechtsverkehr selbst, ihre Ungeschicklichkeit beim Vorspiel und ihr Unvermögen, dessen Bedeutung zu begreifen, weisen im Grunde mit ziemlicher Sicherheit auf mangelnde Körperkontakte hin, unter dem die Männer in der Kindheit gelitten haben. Die Grobheit, mit der manche Männer mit Frauen und Kinder umgehen, bildet einen weiteren Beweis, dass ihnen frühkindliche Tasterfahrungen fehlen; es ist schwierig, sich jemand vorzustellen, der in der Kindheit zärtlich geliebt und liebkost worden ist und es nicht versteht, einer Frau oder einem Kind mit Zärtlichkeit zu begegnen. Allein das Wort »Zärtlichkeit« lässt an Weiches, empfindsames Fühlen und Fürsorge denken.

Der Gorilla, diese eigentlich sanfte Kreatur, wird oft als Sinnbild verleumdet, wenn Frauen die sexuelle Annäherung eines Durchschnittsmannes beschreiben wollen. Sex scheint eher zum Abbau von Spannungen zu dienen, als dass er als bedeutungsvoller Akt der Kommunikation gesehen wird, der die tiefe Verbundenheit einer menschlichen Beziehung voraussetzt. „

Ashley Montagu, Anthropologe, (Körperkontakt. Die Bedeutung der Haut für die Entwicklung des Menschen, 1990)

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Bei Männern ist der Sex völlig auf den Orgasmus ausgerichtet; sie halten Sex nicht für erfolgreich, wenn er nicht mit Geschlechtsverkehr und Orgasmus verbunden ist.
Ich finde das lächerlich.
Für mich ist Sexualität eine viel umfassendere Erfahrung, an der meine Gefühle und alle Sinne beteiligt sind. Es geht doch nicht nur darum, dass ein bestimmter Körperteil geweckt und erregt wird, und danach ist alles vorbei und war entweder ein Erfolg oder ein Fehlschlag. „

Frau, anonym. (Opfer einer Vergewaltigung. Aus: Dr. Diana E. H. Russel, The Politics of Rape, 1975)

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“ Nach der westlichen Sicht der Dinge ist der Geschlechtsverkehr eine eine Sache der Spannung, der Begierde und der Befreiung gemäß der der immer noch existierenden, allzu stark  vereinfachenden biologischen Auffassung. Es ist bekannt, dass der Mann, der nach Angaben des Kinsey-Reports täglich über 30 Orgasmen bekommen konnte, in Amerika für lange Zeit zu einer Art Volksheld wurde. In diesem Zusammenhang wird die geschlechtliche Liebe günstigenfalls zu einer Sache häufiger, glücklich geteilter Orgasmen.

Nach der althergebrachten indischen Auffassung ist dieses Verhalten grotesk und kläglich. Selbst der Durchschnittsmann gibt zu, dass eine solche Vereinfachung absurd ist. Im 18.Jahrhundert verspotteten indische Freudenmädchen europäische Männer wegen ihrer miserablen sexuellen Leistung und bezeichneten sie als »Misthaufen-Hähne«, für die der Akt nach wenigen Sekunden vorüber war. Obwohl sich das Wissen um die Bedeutung des Sex in letzter Zeit wesentlich vermehrt hat, neigt der Westen immer noch dazu, Sex als Jagd nach dem Orgasmus zu betrachten – eine Folge des oberflächlichen westlichen Verständnisses von Sexualität, das sich auf provisorische und ziemlich armselige Rationalisierung der unendlichen Gesamtheit menschlicher Erfahrungen gründet. Das traditionelle Indien denkt nicht so. „

Philip Rawson, (Die erotische Kunst des Ostens, 1969)

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“ Die Erotik versucht heute die Frau sexuell zu befreien – allerdings nach männlichen Vorstellungen von der Sexualität. Die gegenwärtige Wiederherstellung der Erotik widerspricht mit ihrem rein sexuellen, lieblosen Zug der wahren weiblichen Auffassung vollkommen; sie ist beherrscht von einem endgültigen Streben nach Erschütterung, Zerstörung und Tod; Thanatos steht gegen Eros, gegen liebeserfüllte Erotik,  die vereinigend und bewahrend zugleich ist.

Letztlich droht diese Überbetonung der männlichen Komponente in der westlichen Gesellschaft, deren Grundlagen vollständig zu zerstören. „

Amaury de Riencourt, Historiker, Freigeist.

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“ Mein Leben ist von ständigen moralischen Konflikten begleitet und belastet.  Ein schlichtes, menschliches Glücksgefühl ist mir beinahe unbekannt, und ist mir manchmal ein Ansatz hierzu beschieden,  so wird er unweigerlich aus irgendwelchen moralischen Gründen zerstört. 

Ich verzichte gewissermaßen leichter auf das Angenehme als auf das Unangenehme in meinem Leben.
Es ist das Bild eines fürchterlichen Inferioritätsgefühls.  Dass dieses aus einer Niederlage in der Frühkindheit, 
ebensowohl gegenüber dem Vater wie dem Bruder hinsichtlich der mütterlichen Liebe entstanden ist, darf unerörtert bleiben. Soweit ich mich zurückerinnern kann, habe ich mich gegenüber diesen beiden Männern als Un-Mann, als »impotent« betrachtet. Dass ich im Grunde völlig impotent bin, auch im physischen Sinn, ist eine Vorstellung, die mich – allen Gegenbeweisen zutrotz – mein ganzes Leben begleitet hat.
 
Wie jedes Inferioritätsgefühl hat auch dieses zu Überkompensationen geführt,  sozusagen sowohl in positiver wie in negativer Richtung, nämlich zu:
a) 
Männlichkeitsbeweis durch stets neue Liebesbeziehungen und Beweis von Überpotenz,
b)
Verschmähungen dieser Art von Beweisen,   die nichts beweisen, weil ja die ursprüngliche Niederlage dadurch nicht wettgemacht wird, also stets wieder Rückkehr zur Askese als der mir genehmen Lebensform,
c)
hingegen Aussetzung der ursprünglichen Niederlage innerhalb der Familie durch die Übernahme  der gesamten Familienverantwortung, u. a. insbesondere auf dem für die Familie so wichtigen kommerziellen Gebiet,
d)
Ausdehnung der Verantwortungshaltung,  die nun nicht mehr allein der Familie, sondern nahezu hinsichtlich jeder meiner menschlichen Beziehungen gilt, letztlich aber auf eine allgemeine Menschheits- und Wahrheitsverantwortung ausgedehnt wurde und damit meine Kräfte, mögen sie auch manchmal produktiv sein, weitaus übersteigt… „

Hermann Broch, Freigeist.
(Aus: »Psychische Selbstbiographie«, 1942)

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Interview mit Rocco Siffredi
In Pornos bin ich ich selbst
Von Walter de Gregorio
Die Weltwoche, 16. November 2005, Ausgabe 46/05

Rocco Siffredi, seit zwanzig Jahren sind Sie im Pornogeschäft. Hemmungen haben Sie vor der Kamera nur, solange Ihre Hose zugeknöpft bleibt. Wieso?
Wer sagt, dass ich Hemmungen habe? (…)  Wenn etwas extrem ist in unserer Branche, dann der Neid der Kollegen.

Und trotzdem standen Sie zwanzig Jahre vor der Kamera.
Ja, weil es letztlich das war, was mir am meisten Spass gemacht hat. Mein Vater ist achtzig Jahre alt, er hat Parkinson. Um zehn Meter zurückzulegen, braucht er eine halbe Stunde. Zeigst du ihm eine nackte Frau, legt er die Strecke in zwei Sekunden zurück. Er beklagt sich, dass er nur noch zweimal Sex hat die Woche. Mein Grossvater zeugte 27 Kinder mit zwei Frauen. Ich konnte unmöglich Lokführer werden.

Ihre katholische Mutter hätte Sie gerne als Priester gesehen.
Das stimmt. Im Nachhinein kann sie aber froh sein, bin ich es nicht geworden. Ich hätte vielleicht etwas weniger gefickt, dafür vermutlich mit Knaben und Minderjährigen. Was in letzter Zeit an die Öffentlichkeit gelangte, überrascht mich nicht. Dann doch lieber mitmachen im Porno, das ist ehrlicher. (…)

Neunzig Prozent der Männer masturbieren. Sie selber gehören vermutlich zu den zehn Prozent, die es nicht mehr nötig haben?
Stimmt nicht. Auch ich mache es regelmässig. Die Masturbation ist etwas, was einem ganz alleine gehört. Selbstbefriedigung ist ja nicht nur eine Kompensation für etwas, was man nicht kriegt. Es hilft, sich zu entspannen, Stress abzubauen oder sich ganz einfach einen schönen Moment zu gönnen. Auch meine Frau masturbiert regelmässig.

Sie sind seit fünfzehn Jahren verheiratet, haben zwei Kinder. Keine taufrische Frage, aber wie trennen Sie Sex und Liebe?
Es gab eine Zeit in meinem Leben, da dachte ich, alle Frauen seien gleich. Ich fickte im Schnitt fünfundzwanzig Tage im Monat, nur Prostituierte und Pornostars, reiste von einem Set zum anderen. Ich war überzeugt, die Frauen wollten nur das eine. In einer abgeschotteten Welt verliert man schnell den Kontakt zur Realität. Das gilt für den Porno ebenso wie für den Spitzensport oder die hohe Politik. Man bewegt sich immer unter seinesgleichen, man hat keine anderen Referenzgrössen. Zum Glück habe ich meine Frau kennen gelernt. Sie war Miss Ungarn, bewegte sich also auch in einer abgeschotteten Welt. Immer nur Fotoshootings, Schönheitswettbewerbe, Partys. Und doch war sie anders. (…)

Als ich mich per Telefon im Hotel nach Ihnen erkundigte, sagte die Besitzerin, eine Filmcrew von Carlo Verdone sei hier am Drehen. Verdone macht in Italien Familienkomödien fürs Nachmittagsprogramm. Die Verlogenheit finden Sie auch hier.
Ich finde das weniger schlimm als das, was uns im Hotel passiert ist, in das wir eigentlich hätten gehen sollen, wenige Fahrminuten von hier entfernt. Alles war per Telefon gebucht worden, es fehlte nur noch eine schriftliche Bestätigung unsererseits. Als der Hotelmanager das Fax erhielt, auf dem der Name unserer Produktionsfirma stand, hat er uns wieder ausgeladen. Rocco Siffredi und Team seien nicht erwünscht. Dass man im Hotel unsere Pornos am Pay-TV sehen kann, stört hingegen niemanden, am wenigsten den Hotelmanager, der bei jedem Streifen mitkassiert. (…)

Ich bedauere die Jungs, die jetzt heranwachsen. Auch sie haben schon alles gesehen, was bleibt ihnen noch? Wir leben heute in einer übersexualisierten Welt, die nicht antörnt, sondern abstumpft. Im Internet kann man runterladen, was man will. Wo liegt da noch der Reiz? Ich erinnere mich, als ich jung war: Sommerferien in Rimini. Einen halb nackten Busen zu sehen, ein leicht entblösstes Hinterteil, das war das Geilste überhaupt.

Sind Sie nicht mitverantwortlich für diese Entwicklung?
Pornos gab’s immer schon. Das Problem sind die TV-Sender, die immer mehr Quoten machen wollen mit halb nackten Mädchen. Die Glücklichsten im Fernsehstudio sind die Kameraleute. Die bekommen so viele Blowjobs, wie sie nur wollen. Wenn sie den sogenannten Veline, den Mädchen fürs Rahmenprogramm, ein Close-up versprechen, dann lutschen sie dir den Schwanz noch vor dem Morgenkaffee. Und das Schöne daran: Die Mütter wissen es, aber es ist ihnen egal, solange ihre Mädchen im Fernsehen auftreten. Sie liefern ihre Prinzesschen persönlich im TV-Studio ab. Das nur so als Anhängsel zum Thema Doppelmoral und Heuchelei.

(Impressum:  «Die Weltwoche» wurde 1933 von Karl von Schumacher und Manuel Gasser nach dem Vorbild französischer Wochenpublikationen gegründet. Sie profilierte sich rasch im Kampf gegen den Nationalsozialismus.
Damals eine klassische Wochenzeitung der Schweiz, die neben Politik, Wirtschaft, Leben heute und Kultur auch die Bereiche Wissenschaft, Unterhaltung und Reisen behandelte, erscheint die Weltwoche seit Mai 2002 als Magazin.
«Die Weltwoche» ist eine Zeitschrift, die sich an eine anspruchsvolle Leserschaft richtet, geschrieben und gemacht von anspruchsvollen Journalisten und Journalistinnen, die selber aufgeschlossen und kritisch denken und schreiben.)

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“ Was den Graben zwischen Futurismus und Anarchismus noch tiefer macht, ist das große Problem der Liebe,  
der großen Tyrannei der Gefühlsduselei und der Ausschweifung, von der wir die Menschheit befreien wollen.  Für diesen Hass gegen die Tyrannei der Liebe haben wir den lakonischen Ausdruck: »die Verachtung der Frau«.

Wir verachten die Vorstellung von der Frau als einzigem Ideal, als göttliches Gefäß der Liebe, die Frau als Gift,  

die Frau als obsessive, fatale Frau, deren Stimme und deren Haar sich traumverloren in das Laubwerk der  mondscheinbeglänzten Wälder verlängert und fortsetzt. Wir verachten die schreckliche, bedrückende Liebe, die den Mann auf seinem Vormarsch aufhält und ihn daran hindert,über sein Menschsein hinauszuwachsen, sich zu verdoppeln, sich selbst zu überwinden, um das zu werden, was wir den vervielfachten Mann nennen. Wir verachten die schreckliche, bedrückende Liebe, die ellenlange Leine, mit der die Sonne die mutige Erde in ihrer Bahn hält,obwohl sie sicher ins Blaue springen und alle Gefahren der Gestirne auf sich nehmen möchte.
Wir sind überzeugt, daß die Liebe – Gefühlsduselei und Ausschweifung – die unnatürlichste Sache der Welt ist. Natürlich und wichtig ist nur der Koitus, weil er den Futurismus der Gattung zum Ziel hat. „

Filippo Tommaso Marinetti, Begründer des Futurismus 
(Aus: »Krieg als einzige Welthygiene«, 1915)

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“ Das »Unten« ist vielleicht gar nicht durchaus »dämonisch«,  solange das »Oben« es nicht verleugnet!
Geschieht dies,  dann rächt es sich allerdings mit Urgewalt und bis in die entferntesten Bezirke des menschlichen Wirkens hinein. Und vergessen wir nicht: Es hat die Kraft, den Verstand zur Hure zu machen. „

Alexander Mitscherlich, Freigeist.