Die Baubetrüger
Mithilfe von Leiharbeitern haben süditalienische Firmen 26 Millionen Euro an Steuern hinterzogen, und Einnahmen in Höhe von 28 Millionen Euro nicht deklariert. Die rund 500 Arbeiter waren hierzulande beschäftigt, 49 Südtiroler Firmen sollen laut Finanzpolizei und Staatsanwaltschaft in den Betrugsskandal verwickelt sein. Staatsanwalt Markus Mayr geht davon aus, dass die Südtiroler Firmen mit Geldstrafen davonkommen werden.
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29. Kapitel ⎪Die Sünden der Völker kommen von den Fürsten
Denn da diese Fürsten arm waren, doch wie Reiche leben wollten, waren sie gezwungen, sich aufs Rauben zu legen und dies auf verschiedene Art zu betreiben. Unter andern schändlichen Mitteln gaben sie Gesetze, die irgendeine Handlung verboten. Dann gaben sie die erste Veranlassung zu ihrer Übertretung, bestraften aber die Übertretung erst, wenn eine größere Anzahl in die Falle gegangen war. Und zwar straften sie sie nicht aus Eifer für das gegebene Gesetz, sondern aus Gier nach Einziehung der Strafe. Daraus entstanden viele Übel, vor allem, dass das Volk verarmte, ohne sich zu bessern, und dass die Verarmten sich an Schwächeren schadlos zu halten suchten. Hieraus entsprang all das erwähnte Unheil, dessen Ursache der Fürst war.
Und was der Herr tut, werden viele tun,
Weil auf dem Herrn die Augen aller ruhn.
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Berlusconi-Vertrauter zu sieben Jahren Haft verurteilt
Laut den Richtern in Palermo hatte der 69-jährige Dell’Utri in den 80er Jahren und bis 1992 Kontakte zur sizilianischen Mafia gepflegt.
Enge Beziehungen hatte Dell’Utri vor allem mit Vertrauensmännern der langjährigen Nummer eins der Mafia Salvatore Riina und seinem Nachfolger Bernardo Provenzano. Dell’Utri soll auch dem sizilianischen Mafioso Vittorio Mangano einen Job auf dem Anwesen Berlusconis in Arcore bei Mailand vermittelt haben. (…)
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Und wenn seither auch dieser oder jener aufgetreten ist, der von Gott gesandt schien, um Italien zu erlösen, so hat man doch gesehen, wie das Schicksal ihn auf der Höhe seiner Laufbahn verworfen hat, so dass Italien immer noch wie tot daliegt und auf den harrt, der seine Verletzungen heilt, der den Plünderungen in der Lombarei, den Erpressungen und Auflagen in der Toscana und im Königreich Neapel ein Ende macht und es von seinen durch die Länge der Zeit tief eingefressenen Wunden genesen lässt. Seht, wie es Gott anruft, er möge einen senden, der es von der Grausamkeit und dem Übermut der Barbaren erlöst!
(Aus: » Il Principe«, päpstliche Druckgenehmigung 1532)
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Der von Premier Berlusconi nominierte Minister Aldo Brancher ist erst seit wenigen Tagen im Amt. Und hat bereits die Öffentlichkeit gegen sich aufgebracht.
Zehn Tage nach seiner Ernennung zum Minister erklärte Brancher, er wolle von einem kürzlich verabschiedeten Gesetz profitieren, das Regierungsmitgliedern in Italien Schutz vor Prozessen gewährt. Demnach müssen Berlusconi und die Minister seines Kabinetts nicht vor Gericht erscheinen, wenn die Abwesenheit mit der Ausübung ihres Amtes gerechtfertigt werden kann. Zurzeit läuft gegen den 67- jährigen Minister ein Prozess wegen Hehlerei in Zusammenhang mit einem Skandal um die Bank Antonveneta.
Brancher hätte am vergangenen Samstag vor Gericht erscheinen müssen. Seine Anwälte stellten jedoch einen Antrag auf Terminverschiebung und bezogen sich auf die Amtsverpflichtungen des neuen Ministers. Er müsse sich in sein neues Amt einarbeiten und habe deshalb keine Zeit für die Gerichtsverhandlung. Das sorgte in den Reihen der Opposition für helle Empörung. Auch Staatspräsident Giorgio Napolitano äusserte sich über Branchers Verhalten kritisch.
Tages-Anzeiger, 28. Juni 2010
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” Auf der Erde, unter der Erde und im Wasser wird nichts übrig bleiben, was sie nicht verfolgen, aufstöbern und vernichten – und auch nichts, was sie nicht aus einem Land in ein anderes schleppen werden. “
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” In der Feste Imola muss Leonardo auch Niccolò Machiavelli begegnet sein. Offenbar schlossen die Männer Freundschaft, jedenfalls arbeiteten sie bei mindestens drei späteren Projekten zusammen. Und Machiavelli, der sich als florentinischer Gesandter in Borgias Nähe aufhalten musste, war ein Leonardo durchaus verwandter Geist. Beide gaben sich als Einzelgänger, und beide rangen sie mit ihrer ganzen Kraft darum, die Wirklichkeit zu verstehen. Dafür waren Leonardo wie Machiavelli bereit, mit allen überlieferten Weisheiten und Tabus zu brechen. Im Zweifel sollte die Beobachtung gelten. Metaphysik, die letzten unerklärlichen Dinge des Lebens, klammerten beide aus ihren Betrachtungen aus. Leonardo ging es um die Natur und die Kunst, Machiavelli interessierte sich für die Menschen und die Organisation ihres Zusammenlebens, den Staat. Und so, wie die Kunst nach Leonardo nie mehr so sein konnte wie zuvor, veränderte auch Machiavelli das Denken der Menschen über Macht und Politik für immer.
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Renald Deppe: Lese-Empfehlungen zu den politischen Zu- und Umständen der Vergangenheit und Gegenwart:
Niccolò Machiavelli: »Discorsi« (päpstliche Druckgenehmigung 1531)
10. Kapitel • So lobenswert die Gründer eines Königreichs oder einer Republik sind, so fluchwürdig sind die einer Tyrannenschaft
17. Kapitel • Ein verderbtes Volk, das zur Freiheit gelangt, kann sich nur mit größter Schwierigkeit frei erhalten
36. Kapitel • Bürger, die höhere Würden bekleidet haben, dürfen die niederen nicht verschmähen
42. Kapitel • Wie leicht sich die Menschen verderben lassen
52. Kapitel • Um den Übermut eine Mannes zu zügeln, der in der Republik zu viel Macht erlangt hat, gibt es kein sicheres und weniger anstößiges Mittel, als ihm die Wege zu verlegen, auf denen er zu seiner Macht gelangt
Zweites Buch⎢Äußere Politik und Kriegsführung
10. Kapitel • Geld ist nicht der Nerv des Krieges, wie man gewöhnlich annimmt
14. Kapitel • Oft täuscht man sich, wenn man durch Bescheidenheit den Hochmut zu besiegen glaubt
26. Kapitel • Schmähungen und Beschimpfungen erzeugen Hass gegen ihren Urheber und nützen ihm gar nichts
Drittes Buch⎢Die handelnden Individuen
04. Kapitel • Kein Fürst ist seiner Herrschaft sicher, so lange die am Leben sind, denen sie genommen wurde
18. Kapitel • Nichts bringt einem Feldherrn mehr Ehre, als die Pläne des Feindes zu durchschauen
28. Kapitel • Man muss auf die Handlungen der Bürger achtgeben, denn unter einer tugendhaften Haltung verbirgt sich oft der Anfang der Tyrannei
31. Kapitel • Starke Republiken und ausgezeichnete Männer bewahren im Glück und Unglück den gleichen Mut und die gleiche Würde
34. Kapitel • Welcher Ruf, welche Stimme oder Meinung das Volk bestimmt, seine Gunst einem Bürger zuzuwenden, und ob es die Ämter klüger verteilt als ein Fürst
